Rezension

Die Traumknüpfer | Carolin Wahl

Momentan schnuppere ich gerne mal in andere Genres rein. Vor allem auch die verschiedenen Fantasy-Geschichten haben es mir irgendwie angetan. Vor einer Ewigkeit habe ich „Die Traumknüpfer“ von Carolin Wahl entdeckt und es sofort auf meine Wunschliste geschrieben. Träume waren für mich schon immer ein spannendes Thema, daher hat mich diese Idee für „Die Traumknüpfer“ sofort gepackt.

Informationen

Autor: Carolin Wahl
Titel: Die Traumknüpfer
Reihe: –
Übersetzer: – 
Verlag: Heyne 
Erscheinungsjahr: 2016 
Seiten: 720 

Ähnliche Bücher: C. L. Wilson – Der Winter erwacht,  Trudi Canavan – Die Rebellin

Andere Meinungen zu dem Buch:  Tasmetu 

Inhalt

In einer Welt, in der Träume die Magie der Götter der vier Jahreszeiten beherbergen, bergen diese großes Potenzial, aber auch große Gefahr. Udinaa, eine Tochter der Götter, verknüpft alle Träume der Menschen, doch als sie erweckt wird, zerbricht der Traum und die Traumsplitter verteilen sich in der ganzen Welt. Die Traumsplitter lassen seinen Träger die Macht der Götter verwenden. Nur Kanaael, der Herrschersohn der Sommerlande, und Naviia aus dem Wintervolk können jetzt noch helfen.

Gedanken

Schon der Einstieg in das Buch hat mir richtig gut gefallen, denn man ist direkt mitten im Geschehen. Dennoch wird man nicht sofort ins kalte Wasser geschmissen, sondern erfährt erst nach und nach die Besonderheiten dieser fantastischen Welt. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil ich schon öfter Probleme hatte mich sonst in die Welt einzufinden. Ein wenig hat es mich gewundert, dass das erste Kapitel nicht aus der Sicht einer der Hauptpersonen ist, aber so im Nachhinein finde ich das super, um sich erstmal mit dem Weltbild anzufreunden.

Das Setting und die Gestaltung der Welt hat mir sehr gut gefallen. Wie gerade ja schon erwähnt, fällt es mir manchmal schwer mich in andere Welten einzufinden, das war hier aber wirklich kein Problem. Obwohl im Klappentext steht, dass ein Fokus auf den vier Jahreszeiten liegt, empfand ich das doch eher als nebensächlich und eher zur Identifizierung der verschiedenen Völkergruppen. Das besondere fantastische Element, das hier am meisten im Vordergrund steht, ist die Magie der Träume bzw. Träume an sich. Es gibt bestimmte Menschen (das verlorene Volk), die die Macht der Träume nutzen können. Da ich ja eher selten Fantasietitel lese, ist mir sowas bisher noch nicht untergekommen. Ich bin sowieso jemand, der sehr von Träumen fasziniert ist, daher war das Thema für mich natürlich perfekt.

Jetzt muss die Idee an sich natürlich nicht nur gut sein, sondern sie muss auch gut umgesetzt sein. Dieses schafft Carolin Wahl vor allem aufgrund ihres tollen Schreibstils! Das Buch bleibt wirklich die ganze Zeit über spannend, auch wenn Carolin Wahl sehr detailliert Personen, Orte und Besonderheiten beschreibt. Diese ausführlichen Beschreibungen haben mir unglaublich geholfen die Welt an sich zu verstehen und ich empfand sie nie als zu viel. Absolut besonders fand ich, dass es genau zum Ende des Kapitels immer noch mal richtig spannend wurde, so dass man sich nach einem Kapitel richtig zwingen musste, aufzuhören, obwohl es ja gerade so spannend war. 😀 Jedes Kapitel war abwechselnd aus verschiedenen Sichten geschrieben und oft änderte sich damit auch der Handlungsort. Das hat mir sehr gefallen, weil man so an allen wichtigen Handlungsorten dabei war und nicht das Gefühl hatte, etwas zu verpassen. Dabei begleitet man nicht nur die „Helden“ oder Protagonisten, sondern auch andere für den Verlauf wichtige Personen begleitet und ihre Gedankengänge versteht.

Der Verlauf des Buches hat mich wirklich überrascht. Vom Klappentext her hätte ich erwartet, dass die Geschichte bei der Erweckung der Traumknüpferin beginnt, doch man ist schon viel früher dabei und erfährt so auch, wie es zu der Erweckung kommt. Das fand ich wirklich sehr gut! Außerdem hätte ich nie erraten, was hinter dem ganzen Plan steckte – ich hatte also nie das Gefühl, dass irgendwas vorhersehbar wäre. Das kann natürlich daran liegen, dass ich eher weniger Fantasy lese. Es gab wirklich einige überraschende Wendungen! Was ich bisher schon aus mehreren Fantasybüchern kenne ist das Thema Krieg und Tod (Game of Thrones ist ja hier ein gutes Beispiel 😉 ). Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es zu viel oder zu blutig wurde, auch wenn ich bei manchem Tod und mancher Kampfszene schon ein wenig schockiert war.

Ich hatte schon erwähnt, dass man im Laufe des Buches viele verschiedene Charaktere begleitet, die alle wichtig für die Geschichte sind, daher ist es schwierig von Nebencharakteren zu sprechen. Dennoch sind Kanaael und Naviia die für den Verlauf wichtigsten Personen. Kanaael kam mir zu Beginn noch sehr jung/jungenhaft vor. Als Prinz der Sommerlande wird er auf seine Herrschaft vorbereitet, ist aber sehr eigensinnig und sträubt sich oft gegen ihm auferlegte Regeln. Naviia macht direkt von Beginn an eine Entwicklung durch. Sie ist eine sehr starke und selbstständige Frau, die ihre Bedürfnisse für das Wohl der anderen hinten an stellt. Daneben gibt es noch jede Menge andere sympathische und natürlich unsympathische Charaktere, die ich hier aber nicht alle aufzählen will. Zu meinen Lieblingscharakteren gehören aber auf jeden Fall Geero und Ashkiin. Obwohl es viele Charaktere gab, hatte ich nie Probleme damit, diese zu verwechseln, weil jeder Charakter sehr gut konstruiert und glaubhaft wirkte. Dennoch hatte ich irgendwie das Problem, dass ich jedem neuen Charakter erst sehr misstrauisch gegenüber war. Ich weiß gar nicht genau woran das lag.

Wie erwartet gab es dann zum Schluss des Buches noch einmal einen richtigen Höhepunkt. Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es einen riesigen Krieg gibt, dessen Ausgang absolut ungewiss ist und von Kanaael und Naviia abhänge. Dennoch spielen auch viele andere Charaktere eine wichtige Rolle bei diesem Krieg. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es dadurch realistischer wurde. Ein Krieg wird nun mal selten von zwei Personen entschieden. Die letztendliche „Lösung“ hat mir sehr gut gefallen und es sind echt noch einige spannende Dinge passiert. Vor allem der Epilog war richtig gut und hat die Geschichte so schön abgerundet.

Fazit

Es kommt äußerst selten mal vor, dass ich Bücher aus dem High-Fantasy-Bereich lese, weil mich die hohen Seitenzahlen abschrecken. Die Idee von „Die Traumknüpfer“ fand ich aber so gut, dass ich mir gar keine Gedanken über die Seitenzahl gemacht habe. Carolin Wahl hat einen wirklich mitreißenden Schreibstil, so dass es mir unglaublich schwer fiel, das Buch zur Seite zu legen. Trotzdem habe ich mir viel Zeit für das Buch genommen, weil ich mich richtig auf die Welt einlassen wollte. Obwohl es sich um eine Fantasywelt handelt, konnte ich mich sehr gut dort hineinversetzen. Ebenso fand ich die Charaktere richtig gut! Sie waren unglaublich authentisch, einzigartig und alle sehr interessant. Auch wenn es hier mal überhaupt nicht um Liebe geht, kann ich das Buch absolut empfehlen. Obwohl ich jetzt keine negativen Punkte aufgezählt habe, war ich irgendwie nicht begeistert genug für eine „5 Bücher“-Bewertung, daher vergebe ich 4 von 5 Büchern.

Wie wichtig ist euch die Seitenzahl beim Lesen? Seid ihr auch von Büchern mit hoher Seitenzahl abgeschreckt oder lest ihr gerade solche Bücher am liebsten?

Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

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