Rezension

Maybe Someday | Colleen Hoover

Seitdem ich „Love and Confess“ von Colleen Hoover gelesen habe, bin auch ich im „Hoover-Fieber“. Ich hatte mir ja schon „Ugly Love“ und „November 9“ auf Englisch gekauft, kam aber bisher noch nicht dazu, die beiden zu lesen. Auf der Buchmesse habe ich mir dann Maybe Someday mitgenommen, dass ja an dem Wochenende zufällig gerade erschienen ist. Blöderweise hatte ich dann erst einmal andere Bücher zu lesen und hatte noch gar nicht vor es zu lesen, bis ich in einem Buch feststeckte, weil es mir so gar nicht gefiel. Also habe ich zur Ablenkung zu Maybe Someday gegriffen, was wirklich die beste Entscheidung war.

Informationen

Autor: Colleen Hoover 
Titel: Maybe Someday
Übersetzer: Kattrin Stier 
Verlag: dtv 
Erscheinungsjahr: 2016 
Seiten: 432

Weitere Bücher der Autorin: Weil ich Layken liebe, Love and Confess 
Ähnliche Bücher: Ally Taylor – Make it count: Dreisam, S. C. Stephens – Thoughtless: Erstmals verführt

Inhalt

Von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen steht Sydney auf einmal allein und ohne Wohnung da. Ihr bleibt fast nichts anderes übrig und so zieht sie bei dem Musiker Ridge ein. Nach der Wunde, die ihr Exfreund in ihr Herz gerissen hat, will sie sich auf keinen Fall in Ridge verlieben. Außerdem hat Ridge seit Jahren eine Freundin, die er über alles liebt und die wirklich perfekt zu ihm passt. Als die beiden gemeinsam an verschiedenen Songs arbeiten, verändert sich mit der Zeit etwas. Sie kommen sich näher als sie sollten und wollten…

Gedanken

Ein Punkt, der dieses Buch zu etwas ganz besonderem Macht ist die Musik. Das Buch hat nämlich seinen eigenen Soundtrack, den man sich HIER anhören kann. Bei der Hälfte des Buches habe ich angefangen die Lieder immer dann zu hören, wenn sie im Buch vorkommen und kann dies jedem empfehlen. Ich hätte es schöner gefunden, wenn der Hinweis auf den Soundtrack schon am Anfang des Buches gekommen wäre und nicht am Ende, damit der „Durchschnittsleser“ auch weiß, dass es die Musik überhaupt gibt. Die Lieder sind auf jeden Fall total berührend, obwohl sie einen leichten Countrymusik-Einschlag haben, aber ich mag das. 😉

Der Einstieg in das Buch ist gewohnt packend. Sydney sitzt nach der Trennung von ihrem Freund im Innenhof und lässt das Geschehene Revue passieren. Jetzt weiß sie gar nichtgenau, was sie machen soll. Ridge bietet ihr zwar an, zu ihm zu kommen, aber auf ihn ist sie ebenfalls sauer. Man wird also direkt mit mehreren Konflikten konfrontiert und fragt sich, was dahinter steckt. 

Sydney und Ridge konnten mich als Hauptcharaktere voll und ganz überzeugen! Sydney ist total freundlich, liebevoll und zielstrebig. Sie versucht vieles erst einmal alleine zu schaffen und erinnert mich damit ziemlich an mich selbst. Ridge kam mir wesentlich emotionaler, aber auch aufbrausender vor. Trotzdem ist er sehr aufgeschlossen. Beide Charaktere sind sehr authentisch und mir fiel es manchmal schwer mich daran zu erinnern, dass es fiktive Charaktere sind. Aber gerade das macht ja gute Charaktere aus!

Aber nicht nur Sydney und Ridge habe ich ins Herz geschlossen, auch die Nebencharaktere waren phänomenal. Ridges Freundin Maggie muss man einfach lieben! Sie ist klug, witzig und unglaublich freundlich. Doch auch die Mitbewohner von Ridge und Sydney sind absolut authentisch und liebenswert. Ich finde es schön, dass die Nebencharaktere nicht in den Hintergrund rücken, sondern einen wichtigen Anteil am Verlauf haben. Lediglich Sydney Freund und ihre Mitbewohnerin fand ich wirklich ätzend, aber dazu waren ja jede Menge Gründe vorhanden.

Wie schon im Inhalt angedeutet, kommen sich Sydney und Ridge im Verlauf von „Maybe Someday“ immer näher. Man spürt relativ schnell, dass es da eine besondere Anziehungskraft zwischen den beiden gibt und will eigentlich, dass sie zusammen kommen, wäre da nicht Maggie. Normalerweise kann man sich ja relativ schnell für „die Richtige“ entscheiden, jedoch war ich genauso hin- und hergerissen wie Ridge. Eigentlich hätte ich gedacht, dass das Thema „Dreiecksbeziehung“ langsam mal ausgelutscht wäre, wurde aber wieder eines besseren belehrt. Diese Dreiecksbeziehung ist voller Gefühl und Konflikte, dass ich einfach nicht anders konnte, als mitzufiebern.

Leider hat mir das Ende des Buches dann nicht zugesagt. Naja, nicht das gesamte Ende, eher nur die letzten Szenen, als es dann „zur Sache ging“. Meiner Meinung nach, wäre das gar nicht mehr notwendig gewesen, das weiter auszuführen. Es hat dem Buch irgendwie ein wenig den Zauber genommen, was ich echt Schade fand. Der Schluss eines Buches begleitet einen immerhin zurück in die wirkliche Welt.

Fazit

Ich hatte Angst, dass nach „Love and Confess“ jedes weitere Buch von Colleen Hoover nur ein billiger Abklatsch davon wäre, doch ich wurde eines Besseren belehrt! „Maybe Someday“ konnte mich wirklich überzeugen, teilweise dachte ich sogar, dass es besser als „Love and Confess“ ist! Obwohl es hier um eine Dreiecksbeziehung – also kein neues Thema – geht, konnte mich der Roman voll und ganz mitreißen! Die Charaktere sind so authentisch und lebensnah, dass ich teilweise vergessen habe, dass ich gerade „nur“ ein Buch lese. Ich habe richtig mit Sydney mitgefühlt, als sie sich von ihrem Freund getrennt hat und konnte ihre Situation sehr gut nachvollziehen! Dann merkt man, wie Sydney und Ridge sich näher kommen, aber auch die Liebe zwischen Ridge und seiner Freundin ist richtig greifbar, dass man sich gar nicht entscheiden mag! Ich fühlte mich richtig hin- und her gerissen! Zum Ende hin habe ich dann einige Taschentücher gebraucht, doch leider hat mir der Schluss nicht so gut gefallen. Daher liegt das Buch meiner Meinung nach ein wenig hinter „Love and Confess“.

Obwohl Ridge und Sydney sich noch nicht so lange kennen, ist er es, der Sydney über den Betrug ihres Freundes und ihrer besten Freundin aufklärt. Würdet ihr so etwas auch von einem „Fremden“ auf jeden Fall erfahren wollen? Ich kann das ganz klar mit „ja!“ beantworten. Besser man erfährt das ziemlich schnell von jemand „Fremden“ als  das man es Monate später ganz allein herausfindet.

Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

10 Comments

  • Nana

    Hallo Tati! ♥

    Mir ging’s nach „Weil ich Will/Layken liebe“ auch so. 😀 Ich dachte, alles was da nachkommt, KANN einfach nicht mithalten, aber Colleen Hoover belehrt einen jedes Mal eines besseren. „Maybe Someday“ liegt schon lesebereit auf meinem Nachttisch – ich freu mich, dass es dir trotz kleiner Kritikpunkte wieder so gut gefallen hat!

    Schönes Lesewochenende und LG ♥
    Nana

    • Tatze

      Hey Nana 🙂

      von „Weil ich Will/Layken liebe“ war ich gar nicht sooooooo begeistert. 🙁 Ich bin schon gespannt, wie dir „Maybe Someday“ gefällt. 🙂

      Liebe Grüße und dir auch ein schönes Wochenende,
      Tati

  • Lotta

    Hallöchen meine liebste Tati,
    das ist ja lustig. Ich liebe ja deinen Quatschtastisch Button wie du weißt und ich konnte ihn jetzt einmal von meinem PC aus drücken und einmal von dem PC auf Arbeit aus. 😀 Thihi. Okay, sorry. 😀 Aber ich mags einfach so.
    Ich habe das Buch, wie du weißt, auch wirklich geliebt und ich fand es einfach grandios wie gut die Gefühle und die Tiefe der Zuneigung beschrieben war. Auch ich wusste nicht was soll ich tun, für wen bin ich denn jetzt und wie will ich, dass das Buch endet? Ich habe selten ein Buch gelesen, dass meine Gefühle so durcheinander gebracht hat. Irre.
    Das Ende hat mir leider auch nicht so besonders zugesagt – es war irgendwie so ein Stilbruch im wenn man es im Zusammenhang mit dem Rest des Buches betrachtet. Trotzdem ist es für mich ein klarer Fall von Lottas Lieblinge 😀

    Liebst, Lotta

    • Tatze

      Hey Lotta 🙂

      der Button merkt sich nur deine aktuelle Sitzung. Du könntest auch einfach heute noch mal drücken. 😉

      Ich musste mich, nachdem du auf Twitter so begeistert warst, richtig zusammenreißen deine Rezension nicht vorher zu lesen, um unvoreingenommen zu bleiben. Aber wir sehen das ja ähnlich. 🙂

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Madame Lustig

    Hallo liebe Tati,

    jetzt, nachdem ich meinen Wortsalat endlich aus dem Kopf gebracht habe, konnte ich mich endlich deiner Rezension widmen, ohne selbst durcheinander zu kommen und konnte beim Lesen nur durchweg nicken. Mich hat Colleen Hoover ebenfalls ein weiteres Mal gepackt und mich erneut auf eine Art berührt, wie ich sie von einem Buch bislang nur selten erlebt habe. 🙂

    Zu deiner Frage: Puh! Ich habe während des Lesens von „Maybe Someday“ natürlich auch darüber nachgedacht, aber ich kann das bis heute einfach nicht eindeutig beantworten. Zwar möchte auch ich nicht betrogen werden und möchte davon auf der einen Seite auch erfahren, um die Chance zu bekommen, meine Konsequenzen daraus zu ziehen. Auf der anderen Seite jedoch hängt mittlerweile sehr viel an der Beziehung zu meinem Mann. Wir haben uns etwas aufgebaut, eine Familie gegründet und obwohl ich nach wie vor nicht betrogen werde möchte, weiß ich nicht, ob … ja, was denn überhaupt? Ob ich es erfahren will? Ich den Fehltritt verzeihen würde? Ich unser Kind nehmen und ausziehen würde? Ich kann es dir absolut nicht beantworten und darüber bin ich irgendwo auch froh, denn das bedeutet, dass ich mich dieser Situation bislang noch nicht stellen musste.

    Ganz liebe Grüße und einen ganz tollen Sonntag Abend
    Maike

    • Tatze

      Hey Maike 🙂

      ich habe auch vor meiner Rezension keine andere Rezension gelesen. 😀 Ich habe sonst immer Angst mich irgendwie beeinflussen zu lassen.

      Ich kann deine Gedanken zu der Frage sehr gut nachvollziehen. Ich hoffe, du kommst nie in diese Situtation! 🙂

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Ramona

    Liebe Tati,

    danke, für deine schöne Rezension!
    Bei mir subt das Buch noch und ich bin schon ganz gespannt!

    Über deine Frage werde ich mir dann mal beim Lesen Gedanken machen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ramona

    • Tatze

      Hallo Ramona 🙂

      ich freue mich, dass dir meine Rezi gefällt. Du musst „Maybe Someday“ unbedingt vom SuB befreien! Wirklich ganz dringend!

      Liebste Grüße,
      Tati

    • Tatze

      Hey Fina 🙂

      vielen Dank für das Kompliment und den Kommentar! Oh, vielleicht schaffe ich es ja im März bei deiner Leserunde dabei zu sein. 🙂

      Liebste Grüße,
      Tati

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