Rezension

Zurück ins Leben geliebt | Colleen Hoover

Schon Anfang des Jahres gab es hitzige Diskussion über Zurück ins Leben geliebt von Colleen Hoover und dessen Erscheinung im dtv Verlag. Doch schon vor dieser Diskussion bin ich auf den Originaltitel „Ugly Love“ durch den Trailer zum gleichnamigen Film aufmerksam geworden. Die Geschichte klang interessant und verlässt eindeutig die Jugendbuch-Schiene, um eher in Richtung New Adult zu wandern. Also genau ein Buch für mich oder nicht?

Autor: Colleen Hoover 
Titel: Zurück ins Leben geliebt 
Übersetzer: Katarina Ganslandt 
Verlag: dtv 
Erscheinungsjahr: 2016 
Seiten: 368 

Wirkung auf mich

Nachdem ich „Zurück ins Leben geliebt“ beendet habe, war ich erst einmal sprachlos. So viele Gefühle, so viel Leben in diesem Buch, das hätte ich zu Beginn gar nicht erwartet. Denn die ersten Seiten zogen sich wie zäher Kaugummi, so dass ich nicht das Gefühl hatte hier wieder ein herausragenden Roman zu lesen, wie ich sie sonst von Colleen Hoover kenne. Ich war auf Seite 160 als ich mit Lotta schrieb und wir beide nicht wussten, ob das noch was wird. Doch auf einmal war ich mittendrin in der Geschichte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Das gewohnte Colleen Hoover Gefühl – und damit die richtig großen Gefühle – war zurück. Ich verliebte mich immer mehr in die Charaktere und fieberte der Auflösung entgegen. Auch wenn dieses Buch wirklich mehr dem New Adult Genre zuzuordnen ist, ist es doch ein richtiger Colleen Hoover und konnte mich begeistern. Da es aber doch fast 200 Seiten gebraucht hat, bis ich in der Geschichte richtig drin war, gebe ich dem Buch 4 von 5 Büchern.

Kurze Inhaltsangabe

Als Tate für ihr Studium nach San Francisco zieht, zieht sie für eine Weile bei ihrem Bruder Corbin mit ein. Doch noch bevor sie das erste Mal in dessen Wohnung kommt, trifft sie auf Corbins Nachbar und Freund Miles, der volltrunken vor Corbins Haustür liegt. Schnell fällt Tate auf, dass Miles anders ist. Er lächelt nie, er ist unglaublich distanziert, sehr schweigsam und hat offensichtlich schwerwiegende Probleme. Doch andererseits berührt er Tates Herz sofort, was nicht nur daran liegt, dass er unglaublich heiß ist. 

Meine Gedanken

Wie schon erwähnt, hat mich der Anfang von „Zurück ins Leben geliebt“ nicht vom Hocker gerissen. Die ersten Seiten waren noch Recht interessant, vor allem, wie Tate und Miles das erste Mal aufeinander treffen, hat mich neugierig gemacht. Doch danach war es eher so typisch New Adult: sie lernen sich kennen, finden sich heiß und haben jede Menge Sex. Achja und natürlich große Probleme, denn Miles wollte sich einfach nicht auf Tate einlassen.

Auf Seite 160 war ich mir ziemlich sicher, dass da nichts Spannendes mehr kommt und dieses das enttäuschendste Colleen Hoover Buch aller Zeiten für mich wird. Trotzdem habe ich weitergelesen, weil ich unbedingt noch ein paar Dinge wissen wollte. Dann war ich auf Seite 200 und auf einmal hat mich das Geschehen nicht mehr losgelassen. Obwohl ich einen wichtigen Termin am Morgen hatte, habe ich noch bis 1 Uhr nachts gelesen und habe sogar wieder angefangen, während des Gehens zu lesen. Ich musste wissen, wie das ausgeht! 

Was mich besonders neugierig gemacht hat, war der Stil des Buches. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Tate erzählt. Doch nach jedem Kapitel aus Tates Sicht gibt es eine Rückblende aus Miles Sicht, die einen Stück für Stück verstehen lässt, was Miles Problem ist. Das Besondere ist jetzt aber, dass Miles Rückblenden wie eine Art Gedicht gestaltet waren und ich wollte unbedingt verstehen, warum das so ist! Das war auch der Hauptgrund, der mich bis zu der glücklichen 200-Seiten-Marke gebracht hat. Ab da empfand ich Colleen Hoovers Stil auch gewohnt mitreißend und gefühlvoll. Ich weiß nicht, was vorher los war, aber ich bin froh, dass ich durchgehalten habe.

Obwohl die Geschichte erst später mein Gefallen fand, haben die Charaktere sofort mein Herz erobert. Normalerweise mag ich einen Hauptcharakter immer lieber, aber das ist dieses Mal gar nicht der Fall gewesen. Tate ist einfach so greifbar und selbstbewusst. Sie macht sich viele Gedanken über ihre Beziehung zu Miles und reflektiert hierbei immer wieder ihr Verhalten. Bei diesen typischen New Adult-Beziehungen kommt irgendwann der Punkt, wo man denkt „Mädchen, warum lässt du das mit dir machen?“, doch hier übernimmt Tate diesen Gedanken schon, wodurch ich sie direkt noch lieber mochte. Bei Miles war ich direkt von seinen zwei Seiten fasziniert: den Gegenwart-Miles und den Vergangenheits-Miles und ich wollte unbedingt wissen, wie aus der einen Seite, die andere wurde.

Auch die Nebencharaktere waren wieder genau richtig und einfach zum Verlieben. Insbesondere den Hausmeister/Portier Cap fand ich richtig goldig. Er ist einfach ein typischer alter, knuddliger Mann, den man einfach gern haben muss. Doch auch die anderen Charaktere waren alle sehr authentisch und interessant

Das Highlight des Buches war aber auf jeden Fall das Ende für mich. Es steckte so voller Gefühle und wichtigen Erfahrungen, dass mir das Herz ein wenig überquoll und ich ein paar Tränen verdrückte. Ich hätte niemals gedacht, dass das Buch derart endet. Natürlich war klar, dass Tate und Miles zusammen kommen, das ist ja bei 99 % dieser Bücher so, aber das „wie“ ist hier das ausschlaggebende. Obwohl ich mir manchmal nicht mehr ganz sicher war, ob die beiden wirklich ein glückliches Ende bekommen. Um so froher bin ich natürlich, wie sich alles entwickelt hat und wie perfekt dieses Ende einfach zum gesamten Rest passt.

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Weitere Bücher der Autorin: Love and Confess, Maybe Someday 
Andere Meinungen zu diesem Buch: Kates LeseloungeLeseLiebe 

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Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

6 Comments

  • Jess

    Liebe Tati,

    was bin ich froh, dass du doch durchgehalten hast! Ich mochte „Ugly Love“ ja sehr und finde, dass man es gar nicht mal so richtig mit den anderen Hoover-Büchern vergleichen kann, weil es eben doch eine Spur anders (vor allem eben heißer) ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich lesend durch das Haus gelaufen bin, weil ich nicht aufhören konnte! Und so wie Hoover Miles Geschichte in Gedichtform gestaltet, fand ich so wunderbar, vor allem auch wegen der leichten Änderung am Ende, etc. Hach, jetzt möchte ich es direkt noch einmal lesen.
    Wobei ich es tatsächlich zu keinem Zeitpunkt langweilig fand – aber gerade bei Hoover habe ich ja auch die Erfahrung gemacht, dass ich mit dem deutschen Sprachstil auch weniger klarkomme als mit dem englischsprachigen. Das könnte also durchaus daran liegen, zumal ich die Bettszenen auf deutsch wahrscheinlich nicht hätte ertragen können. 😉

    Schön, dass es dir trotzdem noch gefallen konnte!

    Liebe Grüße,
    Jess

    • Tatze

      Hey Jess 🙂

      ich fand auch, dass „Zurück ins Leben geliebt“ deutlich anders ist als Colleens andere Bücher, fand das aber gut. Wie gut, dass du auch jemand bist, der beim Gehen liest. 😀

      Die Bettszenen waren jetzt nicht wirklich „schlimm“, aber irgendwann haben sie mich gelangweilt. Vllt muss ich doch noch mal eins von Colleens Büchern auf Englisch lesen, habe ja sogar Ugly Love und November 9 hier liegen.

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Madame Lustig

    Hallöchen liebe Tati,
    jetzt, nachdem ich meine Rezension zu dem Buch fertig abgetippt und online gestellt habe, ist es auch endlich an der Zeit, deine Rezension zu lesen.

    Ich glaube, ich habe in letzter Zeit kein Buch gelesen, an das ich vorweg aus eigener Erfahrung eine gewisse Erwartung hatte, nur, um dann plötzlich zu erkennen, dass es völlig anders ist. Nachdem ich diese ganzen enttäuschten Tweets gelesen hatte, wurde mir schon Angst und Bange, bevor ich überhaupt mit dem lesen angefangen hatte und zeitweilig hatte ich sogar überlegt, dass Buch erst viel später zu lesen. Wie gut, dass ich das nicht gemacht habe, denn auch mir hat das Buch sehr gefallen. Wenn ich mir die Story im Gesamten anschaue, dann passte es einfach alles, so, wie es war und mit dieser anderen, neuen Linie, hat Colleen Hoover in meinen Augen einfach auch bewiesen, dass sie noch mehr kann und das wiederum macht mich sehr neugierig auf all die Bücher, die da noch kommen mögen.

    Fühl dich gedrückt
    Maike

    PS: Dein Foto finde ich absolut klasse! Und wehe, irgendwer schreit da jetzt „Iiiiih Füße“! 😛

    • Tatze

      Hey Maike 🙂

      „Zurück ins Leben geliebt“ hat mich auch richtig neugierig auf die noch kommenden Bücher von Colleen Hoover gemacht. Ich glaube, ich muss einfach viel mehr englische Bücher lesen…

      Liebste Grüße,
      Tati

      PS: Ich freue mich wahnsinnig, dass dir das Foto gefällt! 🙂 🙂 🙂

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