Rezension

Harry Potter And The Cursed Child | Joanne K. Rowling

Als ich hörte, dass es Neues aus der Welt von Harry Potter geben sollte, war ich direkt Feuer und Flamme! Sofort als man das Skript zu „Harry Potter And The Cursed Child“ vorbestellen konnte, habe ich meine Bestellung getätigt. Doch danach ebbte die „Harry Potter“-Lust immer mehr ab. Zeitweilig hatte ich sogar vergessen, dass ich das Buch vorbestellt habe und dann auch überlegt, die Vorbestellung zu stornieren. Als der Hype dann mit dem Erscheinungsdatum so richtig in Gang kam, hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf das Buch. Aber jetzt war es nun mal da, also musste es auch gelesen werden – so ein bisschen Neugierde war dann doch da.

Autor: Joanne K. Rowling 
Titel: Harry Potter And The Cursed Child 
Reihe: Harry Potter 8
Erscheinungsjahr: 2016 
Seiten: 320 

Wirkung auf mich

Obwohl ich sehr vorsichtig an das Buch heranging, hatte ich immer noch sehr hohe Erwartungen und die wurden mir letztendlich wohl zum Verhängnis. Ich hätte ja gedacht, dass die Skriptform des Buches mir nicht gefallen würde und durch die Form nicht die nötige Tiefe enstehen könne, aber ganz ehrlich jeder von uns lebt Harry Potter. Ich kenne alle Charaktere und Orte von Buch und Film im Englischen und Deutschen und dadurch in- und auswendig. Wäre es kein Buch, so wäre ich mir sicher, dass Harry Potter nur zwei Straßen weiter wohnt. Trotzdem oder gerade deswegen hatte ich manchmal so meine Probleme mit den Charakteren, fehlte mir doch manchmal das alte Flair. Das ist aber nicht der Hauptgrund, warum mir das Buch nicht so gut gefallen hat. Der ist nämlich die Geschichte. Obwohl es viele spannende Elemente gab, konnte diese mich einfach überhaupt nicht mitreißen und überzeugen. Da waren meine Erwartungen dann leider doch zu hoch. Trotzdem ist das Buch für jeden Potterhead eine schöne Zeitreise und ich vergebe 3 von 5 Büchern.

Kurze Inhaltsangabe

Die Hauptrolle in diesem Buch spielt nicht Harry Potter – auch wenn er eine große Rolle spielt – sondern sein jüngster Sohn Albus Severus Potter und dessen bester Freund Scorpius Malfoy, der der Sohn von Draco Malfoy ist. Weder Albus noch Scorpius haben es besonders leicht im Leben, müssen sie doch mit den Taten ihrer berühmten Eltern Leben. Als Albus nach einem Streit mit Harry ein Gespräch belauscht, fasst er einen folgenschweren Entschluss.

Meine Gedanken

Hach, es ist so schön wieder in das Universum von Harry Potter einzutauchen. Es gibt wenig Filme und Bücher, die ich immer wieder sehen und lesen kann, aber Harry Potter gehört eindeutig dazu. Ich kenne diese Welt bis auf den kleinsten Staubkorn der geheimen Gänge Hogwarts. Gerade deshalb hatte ich mich so sehr auf eine Rückkehr gefreut. 

„Harry Potter And The Cursed Child“ fängt fast genau mit der Szene am Bahnhof Kings Cross an, mit der „Harry Potter and Deathly Hallows“ aufhörte. So ist man natürlich direkt wieder in dieser Welt gefangen und fühlt sich auch schnell, als ob man nie weg war. Die dort auftretenden Charakter sind einem schon vertraut, so dass man gar nicht erst das Problem hat eine Beziehung aufzubauen. Man hat zwar noch nicht so viel mit den „jungen Charakteren“ erlebt, aber trotzdem hat man das Gefühl sie zu kennen und kann sie auch schnell verstehen.

Problematisch waren da eher die „neuen“ Charaktere, insbesondere die Mitschüler von Albus und Scorpius waren für mich sehr gesichtslos. Was aber auch verständlich ist, da ihnen durch die Bühnenschauspieler leben eingehaucht wird und nicht durch ein bis zwei Sätze in einem Buch. Blöderweise hatte ich dadurch aber auch Probleme mit den Namen der neu eingeführten Charaktere und war mir oft nicht sicher, ob die Person jetzt schon mal aufgetreten oder neu ist.

Des Weiteren hatte ich auch so meine Probleme mit Ron. War er in den vorherigen Büchern noch einer meiner absoluten Lieblingsfiguren, so wirkte er hier auf mich oft sehr flach und einfältig. War er früher mal Harrys bester Freund ist er jetzt eigentlich nur noch Hermines Anhängsel, das ja irgendwie auch noch mit von der Partie war. Wirklich, wirklich traurig. Allgemein scheinen Anhängsel sehr beliebt zu sein, denn auch Scorpius Malfoy war mir zu oft eher ein Ja-Sager als eine eigenständige Person.

Dagegen war Draco Malfoy wirklich ein Highlight. In den älteren Harry Potter Bänden hatte ich manchmal Schwierigkeiten sein Handeln nachzuvollziehen. Doch hier kommt sein Charakter voll auf seine Kosten und ich konnte ihn endlich besser verstehen. Auch habe ich einen tollen Einblick in seine Gefühlswelt bekommen. 

So viel ich zu den Charakteren schreiben kann, so wenig kann ich zu der Geschichte an sich schreiben. Den Anfang empfand ich als absolut vorhersehbar, langweilig und dann auch noch viel zu schnell voran getrieben. Gerade hier wäre es meiner Meinung nach spannender gewesen mit ein paar Szenen die Beziehung von Albus zu Harry zu verdeutlichen als mit den vielen „Actionszenen“. Später lag mir der Fokus einfach viel zu sehr auf Spannung als auf Beziehung. Tja, aber es ist ja auch ein Theaterstück, da will er Zuschauer auch unterhalten werden. Trotzdem fand ich die spannenden Szenen eher semi-spannend und teilweise langweilig. Vieles war einfach zu vorhersehbar und klischeebehaftet.

Besonders der Schluss war das Abstruseste, was man sich nur vorstellen kann. Ich kann immer noch nur den Kopfschütteln, wenn ich nur daran denke. Das kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein. Einzig und allein Albus Pfiffigkeit rettet hier den Schluss ein wenig. Der Rest ist für mich einfach so unglaublich und weit hergeholt, dass er einfach jede Glaubwürdigkeit verloren hat. Klar, wir befinden uns hier in einer Zauberwelt, was ja eigentlich bedeutet, dass alles möglich ist, aber manche Dinge kann ich mir nicht vorstellen und dann gibt es auch noch Dinge, die will ich mir beim besten Willen nicht vorstellen! Nein, nein! Der letzten Szene, die sich wieder auf die Beziehung von Albus und Harry konzentriert, konnte ich jedoch einiges abgewinnen und bin wirklich froh, dass diese den Schluss noch retten konnte.

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Weitere Meinung zu dem Buch: Lecture of life 

Wirst du eine Reise zurück in die Welt von Harry Potter antreten?


Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

9 Comments

  • Nelly

    OH MEIN GOTT!!! 3 Punkte? Das hätte ich jetzt irgendwie nicht erwartet…
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Buch bisher noch nicht einmal zuhause habe. Zum einen ist englisch nicht so ganz meine Sprache (ich hoffe noch auf eine Übersetzung) und zum anderen geht es mir wohl ein wenig wie bei der Fortsetzung von „Ein ganzes halbes Jahr“. Die eigentliche Reihe liebe ich, aber irgendwie hab ich Angst, dass das neue Skript einfach nicht den Zauber hat, den ich erwarte. Und deine Rezension scheint mich da ja zu bestätigen.
    Bin also momentan sehr zwiegespalten…

    Alles Liebe, Nelly

    • Tatze

      Hey Nelly 🙂

      ich war auch ziemlich traurig, dass mich „Harry Potter And The Cursed Child“ nicht wirklich überzeugen konnte. Die Übersetzung kommt ja schon im September und bestimmt kommst du irgendwann nicht mehr um das Buch herum. 😉 Mich würde auf jeden Fall interessieren, wie du es dann findest.

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Desiree

    Hi Tati,

    hm, schade, ich hatte gehofft, dass das Buch wieder so begeistert wie die vorherigen Harry Potter-Geschichten. Ich werde wohl mal die deutsche Neuerscheinung abwarten und mich dann entscheiden, ob ich es lese 🙂

    Liebe Grüße
    Desiree

    • Tatze

      Hey Desiree 🙂

      ich habe auch sehr, sehr viele positive Stimmen gehört. Vielleicht gehst du einfach ganz unbefangen an die deutsche Übersetzung ran und dann gefällt es dir. 🙂

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Nadine von misshappyreading

    Hi Tati,

    ich hoffe es ist ok dass ich deine Rezension bei mir verlinkt habe.
    Mir hat das Buch deutlich besser gefallen.
    Ich glaube man muss sich wirklich verinnerlichen dass es sich um ein Theater Skript handelt 🙂 Mit den Romanen lässt es sich aber ganz klar nicht vergleichen.

    Fühl dich gedrückt

    Nadine

    • Tatze

      Hey Nadine 🙂

      ich freue mich sogar, dass du meine Rezension verlinkt hast!
      Ja, ich glaube das Buch braucht einfach viel mehr Fantasie als die anderen Bücher. Auf jeden Fall sollte man unvoreingenommen rangehen. 🙂

      Liebste Grüße,
      Tati

  • Katharina

    Für mich war das Buch echt ein Reinfall… Es hat einfach gar nicht in den Kanon und die bisherige Welt gepasst, ich war ziemlich enttäuscht. Auch wenn es vielleicht als Theaterstück selbst noch anders gewirkt haben mag…
    LG Katharina
    #litnetzwerk

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