Rezension

Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen (Die Chroniken der Verbliebenen 1) | Mary E. Pearson

Als mir auf der Frankfurter Buchmesse die Reihe „Die Chroniken der Verbliebenen“ vorgestellt wurde, hatte ich diese Reihe direkt für mich entdeckt. Allein schon die Cover fand ich wunderschön, aber auch die Geschichte konnte mich überzeugen. Das Glück war auf meiner Seite und so habe ich sogar ein Vorabexemplar des ersten Bandes „Der Kuss der Lüge“ erhalten und konnte schon relativ früh in das Buch reinlesen. Wie das Leben aber manchmal spielt, kamen dann eine Menge Dinge dazwischen, so dass ich mehr als 3 Wochen an dem Buch gelesen habe.

Autor: Mary E. Pearson 
Titel: Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen
Originaltitel: The Kiss of Deception – The Remnant Chronicles
Reihe: Die Chroniken der Verbliebenen 1
Übersetzer: Barbara Imgrund 
Verlag: Lübbe
Erscheinungsjahr: 2017 
Seiten: 599

Wirkung auf mich

Obwohl ich so lange für „Der Kuss der Lüge“ gebraucht habe, konnte mich das Buch dennoch überzeugen. Schon ab der ersten Seite, war ich von Lias wilden Entschlüssen mitgerissen und habe bei ihrer Flucht mitgefiebert. Genau so interessant wie Lias Entwicklung fand ich aber auch die Handlung um die beiden Männer und ihr Interesse an Lia. Normalerweise habe ich mich an Dreiecksbeziehungen überlesen, aber hier habe ich viel gerätselt, welcher der beiden Besucher der Prinz und der Attentäter ist. Ich hegte für beide Sympathien, war aber letztendlich mit Lias Entschluss mehr als zufrieden. 😀 Mir hat es außerdem sehr gut gefallen, dass der Fokus nicht wirklich auf der Liebesgeschichte war – auch wenn sie eine sehr wichtige Rolle spielte – sondern eher auf Lias Entwicklung und die Aufschlüsselung ihrer Vergangenheit. Da ich sehr, sehr lange an dem Buch gelesen habe, kann ich außerdem sagen, dass man jederzeit wieder einfach in die Geschichte kommt und ich teilweise auch gar nicht aufhören wollte zu lesen, weil ich „nur kurz noch“ ein paar Dinge erfahren wollte. Nachdem ich das Buch vorgestern beendet habe, bin ich auf jeden Fall mehr als gespannt, wie es weitergeht. Ich habe sogar kurzweilig überlegt mir die Fortsetzungen auf Englisch zu holen, aber jetzt habe ich ja schon den ersten Teil auf Deutsch im Regal stehen. „Der Kuss der Lüge“ hat auf jeden Fall eine Leseempfehlung verdient.

Kurze Inhaltsangabe

Lia passte noch nie wirklich in das königliche Leben, in das man sie als erste Tochter des Königshauses Morrighan gezwängt hat. Alle ersten Töchter sind außerdem mit der Gabe gesegnet, doch scheinbar hat Lia diese nicht. Als sie dann noch einen Prinzen heiraten soll, den sie noch nie zuvor gesehen hat, beschließt sie dieses Leben hinter sich zu lassen und flieht. Mit ihrer besten Freundin reist sie in ein verschlafenes Dorf, wo die beiden als Schankmädchen arbeiten. Doch die beiden Männer Kaden und Rafe finden sie auch dort. Einer ist der Prinz, den sie heiraten soll, und der andere ein Attentäter, ausgesandt um sie zu töten, jedoch halten sie sich vor Lia verdeckt. Beide Männer üben auf Lia einen Reiz aus, wird sie erkennen wer wer ist?

Meine Gedanken

Durch den Klappentext hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass sich relativ schnell auflöst, wer hinter Lia her ist und sich das ganze Buch dann darum dreht, wen Lia heißer findet. Zum Glück war das bei „Der Kuss der Lüge“ nicht so. Erst im letzten Drittel des Buches erfährt man, wer von Kaden und Rafe, der Attentäter und wer der Prinz ist. Allein dieses Rätselraten hat bei mir schon für ordentlich Spannung gesorgt. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es nach der Auflösung noch viel spannender wurde.

Ich hatte das Gefühl, dass in den ersten beiden Dritteln des Buches, Lias Entwicklung im Vordergrund stand und durch die Liebesgeschichte voran getrieben wurde. Im letzten Drittel wird es dann wesentlich Action-reicher und es passieren einige Dinge mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Daher hatte ich manchmal in den ersten beiden Dritteln das Gefühl, dass das Geschehen zu langsam ist. Ich denke, das könnte aber auch daran liegen, dass ich wirklich sehr langsam gelesen habe.

Nach jedem Kapitel kommen kurze Verse, die einem schon ein wenig mehr Einblick auf die Geschichte von Morrighan und Lias Gabe geben, aber auch erst zum Ende des Buches versteht man wirklich, was es damit auf sich hat. Anfangs haben mich diese Verse ganz schön verwirrt, aber irgendwann hatte ich mich dran gewöhnt. Mir hat es gut gefallen, dass dann auch noch aufgelöst wurde, was es mit den Versen auf sich hat.

Aber nicht nur die Geschichte an sich hat mich überzeugen können, auch die Charaktere haben mir sehr gefallen. Insbesondere der Punkt, dass es fast durchgängig nur sehr starke, kämpferische und selbstsichere Frauen gab. Ein wirklich tolles Frauenbild, was hier vermittelt wird! Allgemein bin ich, wie schon gesagt, von den Charakteren sehr begeistert, weil sie eine große Vielfalt bieten und auf mich authentisch wirken.

Die Fantasy-Elemente der Welt waren für mich leider noch nicht greifbar. Immer mal wieder wurde etwas von Morrighan und Venda, irgendwelchen Altvorderen, Göttern und Gaben angedeutet, aber vieles wurde einfach so behandelt, als ob man sich damit schon auskennen müsste. Das fand ich irgendwie schade. Ich hoffe einfach, dass man dann in den Fortsetzungen mehr erfährt. 🙂

 

Leseempfehlung

Emotionen:
nicht im Vordergrund
Humor:
nicht relevant
Spannung:
super Spannungsbogen
Erotik:
angedeutet, keine expliziten Szenen

 

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Würdest du dir die englischen Fortsetzungen kaufen oder lieber warten?

Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

2 Comments

  • Moni

    Hey Tati,

    Du gehörst also auch zu den Leuten, die das Buch mögen. Bei mir ist es nicht ganz so gut weggekommen. Und auch bei dir findet das Rätsel rund um den Prinzen und Attentäter Erwähnung. Das ist eine Sache, die ich absolut nicht nachvollziehen kann. Ja, es wird erst im letzten Drittel wirklich eindeutig erwähnt, wer wer ist, aber ich habe die beiden direkt zugeordnet als die beiden vor der Schenke ankamen und das erste Mal miteinander gesprochen haben und ich habe nie an meiner Zuordnung gezweifelt. Mich hätte das überascht wäre die Zuordnung letztendlich andersrum gewesen. Ich finde das echt faszinierend. War die Auflösung überraschend für dich? Oder hast du irgendwann mal in deiner Entscheidung geschwankt, wer wer ist?
    Bei den Fantasy-Elementen kann ich dir eindeutig zustimmen. Mich konnte das Buch quasi erst im letzten Drittel wieder mehr überzeugen. Ob ich den zweiten Teil lese, werde ich erst entscheiden, wenn ich ein paar Rezensionen gelesen habe. Mir waren in diesem ersten Teil eindeutig zu extreme Längen drin.

    • Tatze

      Liebe Moni,

      ich hatte mir relativ früh eine Meinung gebildet, wer Prinz und wer Attentäter sein könnte, kam aber trotzdem zwischendurch ein wenig ins Wanken, weil ich mir nicht sicher war, ob das nicht einfach nur meine Wunschzuordnung wäre. Ich finde aber auch, dass Mary E. Pearson wirklich wenig Andeutungen über konkrete Ereignisse oder Personenmerkmale gemacht hat, die auf einen der beiden zurück schließen lies. Ich denke auch, dass das letzte Drittel wirklich das Highlight des Buches war.

      Liebste Grüße,
      Tati

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