Tatsächlich befand sich „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli schon mal in meinem Besitz, aber es lag ewig im Schrank rum, weil ich dachte, das wäre nichts für mich. Deshalb habe ich das dann irgendwann an Elli abgetreten. Auf der Leipziger Buchmesse hat Jess dann ziemlich mit mir geschimpft, weil ich das Buch nicht gelesen habe, so dass ich es wieder auf meine Wunschliste gesetzt habe. Als ich dann vom Carlsen-Verlag eine Einladung zur Vorpremiere von „Love, Simon“, der Verfilmung von „Nur drei Worte“, bekam, war ich sofort Feuer und Flamme. Vor allem auch, weil die Mutter des Protagonisten von Jennifer Garner – einer meiner Lieblingsschauspielerinnen, gespielt wird. 

Buchinformationen

Autor: Becky Albertalli
Titel: Nur drei Worte
Originaltitel: Simon vs The Homo Sapiens Agenda
Reihe: Creekwood 1 
Übersetzer: Ingo Herzke 
Verlag: Carlsen 
Erscheinungsjahr: 2016 
Seiten: 320

Filminformationen

Titel: Love, Simon
Regisseur: Greg Berlanti
US-Filmstart: 16. Märt 2018 
Deutschland Filmstart: 28. Juni 2018 
Besetzung: Nick Robinson, Katherine Langford, Alexandra Shipp, Jorge Lengeborg Jr., Jennifer Garner, Josh Duhamel
Laufzeit: 110 Minuten

Kurze Inhaltsangabe

Simon weiß eine Menge über Blue. Blue ist klug, mag Oreos und ist ein Junge auf Simons Schule – vor allem weiß Simon aber, dass er in Blue verliebt ist. Was er jedoch nicht weiß, ist, wer Blue ist. Was alle anderen nicht wissen, ist, dass Simon auf Männer steht. Doch genau das kommt raus und auf einmal ist auch Simons Beziehung zu Blue gefährdet.

Meine Gedanken

Selbst als Jess mir „Nur drei Worte“ ans Herz gelegt hat, habe ich lange mit mir gehadert, ob ich das Buch wirklich lesen will, dabei bin ich mir bei 99% von Jess Empfehlungen sicher, dass ich sie lieben werde. Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ich Liebesgeschichten liebe und zwar in jeder Form, daher müsste es ja eigentlich keinen Grund geben, warum ich eine Liebesgeschichte über einen Jungen, der sich via Mail in einen anderen Jungen verliebt, nicht mögen könnte. Vor allem, da ich auch ein großer Fan von Briefen, Mails und Textnachrichten in Büchern bin. Doch einen gravierenden Grund gab es eben doch: ich mag einfach keine „Coming Out“-Romane. Ich mag es überhaupt nicht lesen, wenn sich in einem Buch alles nur darum dreht, dass ein Mann, der einen Mann liebt, oder eine Frau, die eine Frau liebt. Mir gibt das das Gefühl, dass gleichgeschlechtliche Liebe etwas anderes ist. Dabei ist in meinen Augen Liebe Liebe. Ganz egal, ob man als Mann einen Mann oder eine Frau liebt oder als Frau einen Mann oder eine Frau. Es geht mir um das Gefühl, die Emotionen, die Leidenschaft, den Kummer, die Angst, das Hoch, das Tief, Vertrauen, Fallen lassen, Bedingungslosigkeit, aber ganz sicher nicht um das Geschlecht. Ich verstehe und mir ist bewusst, dass für viele das Thema gleichgeschlechtliche Liebe etwas „anderes“ an sich hat, aber für mich hat es das (leider) nicht und daher mag ich, ganz egoistisch, sowas einfach nicht lesen.

Davon ausgehend hätte ich natürlich auch die Verfilmung nicht sehen wollen, aber ich hatte immer noch Jess Begeisterung im Hinterkopf und Elli, die sonst Liebesromane meidet, wie manch anderer Rosenkohl, fand das Buch gar nicht so schlecht. Und dann waren da noch die ganzen begeisterten Clips von Menschen, die die Vorpremiere von „Love, Simon“ gesehen haben. Letztendlich überzeugt hat mich aber mein Mann, der mitbekommen hat, dass Katherine Langford eine größere Rolle in dem Film spielt und dann auch unbedingt den Film sehen wollte.

Wir sind also zusammen nach Hamburg gefahren, um die Vorpremiere zu schauen und waren beide unglaublich begeistert. Naja, von der Reise eher weniger, weil die dezent stressig war. Ich hatte nämlich zufällig am Tag nach der Vorpremiere eine Projektübergabe auf der Arbeit und musste daher länger bleiben, dabei hatten wir die Fahrt schon super knapp geplant. Dann standen wir natürlich im Stau und ich musste nach der Rückfahrt noch mal arbeiten, weil es noch ein paar Änderungswünsche gab. Aber für „Love, Simon“ hat sich das wirklich gelohnt. Der Film war wirklich überzeugend. Ich hatte den gesamten Film über das Gefühl, dass der Fokus auf der Liebesgeschichte lag und nicht darauf, dass diese Liebe anders ist. Zwar wurde durchaus aufgezeigt, dass Simon ein Coming Out hat und dass das nicht leicht ist, aber mir kam es nicht so vor, als ob das der Fokus des Films ist. Ich denke, dass der Film auch gerade dieses bewusst vermeiden und eine andere Sicht darstellen wollte. Da sprechen für mich insbesondere die Reaktionen von Simons näherem Umfeld für. Im Bezug zum Buch waren die meiner Meinung nach nämlich noch mehr hervorgehoben. Überzeugt haben mich aber auch die Schauspieler. Wie anfangs schon erwähnt bin ich ein gigantischer Fan von Jennifer Garner, aber auch die anderen Schauspieler konnten mich überzeugen. Ich verstehe jetzt auch die Obsession von meinem Mann für Katherine Langford, die wirklich eine grandiose Rolle hatte. Ich glaube, dass der Film auch viel von den Schauspielern getragen wird. Hier und da gibt es natürlich Abweichungen zum Buch, aber ich denke, gerade für die Leinwand sind diese sehr passend und „Love, Simon“ bleibt trotzdem immer noch sehr stark an der Buchvorlage.

Eigentlich wollte ich „Nur drei Worte“ vor dem Film gelesen haben, damit ich besser beurteilen kann, wie gut die Verfilmung umgesetzt ist, aber habe es aufgrund der vorhin erwähnten Projektübergabe einfach nicht geschafft. Nach dem Film wollte ich dann aber schon wissen, wie gut Buch und Film zusammen passen. Insbesondere weil der Film meiner Meinung nach sehr davon lebt, herauszufinden wer Blue ist und man dieses Geheimnis nun ja schon kennt. Außerdem mag ich es sehr gerne, wenn man das Buch zu einer Verfilmung liest und dadurch mehr Tiefe und Hintergrundinformationen erhält. Man sieht ja häufiger so Bilder, wo ein Eisberg zu sehen ist und der Film ist immer nur die Spitze des Eisbergs, während das Buch den ganzen Berg darunter abbildet.

Ich muss aber letztendlich sagen, dass ich das Buch „Nur drei Worte“, genau wie Elli, eher okay fand. Die Gefühle, die vermittelt wurden, fand ich auch hier wahnsinnig gut und auch die befürchtete Andersartigkeit und die Konzentration auf die gleichgeschlechtliche Liebe fehlten hier zum Glück ebenso! Aber dafür dauerte mir die Entwicklung der Geschichte viel zu lang. Ich hatte oft das Gefühl, dass sich Dinge sehr lang gezogen haben. Das kann natürlich daran liegen, dass ich den Verlauf der Geschichte im Groben schon kannte, aber sonst stört mich das eher nicht. Es gab im Buch noch ein paar Nebengeschichten und die Geschichte geht ein wenig weiter als die Verfilmung, aber auch die Teile konnten mich nicht so überzeugen. Alles plätscherte eher gemächlich vor sich hin. Trotzdem empfand ich das Buch gerade im Bezug auf die Liebesgeschichte irgendwie süß und nett.

Solltet ihr also das Buch gelesen haben oder überlegen den Film zu schauen: TUT ES! Die Geschichte ist einfach nur unglaublich gut und der Film mit hochkarätigen Schauspielern überzeugt auf ganzer Linie. Ich bin mir sicher, dass ich „Love, Simon“ mindestens noch ein weiteres Mal im Kino sehen werde und das soll wirklich was heißen. 😉

PS: Eine tolle Rezension zum Buch findet ihr übrigens auch bei Skyline of Books!


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