Buchquatsch

Re-Reading Books

Verlockend, aber tue ich es wirklich?

Jedes Mal wenn ich vor meinem Bücherregal stehe, streiche ich über die verschiedenen Buchrücken meiner Lieblingsbücher. Ich erinnere mich an die Geschichte, an die Gefühle, die sie ausgelöst hat, den Zeitpunkt, als ich das Buch das las. Hin und wieder nehme ich auch das ein oder andere Buch aus dem Regal, um durch die Seiten zu blättern und mich an die verschiedenen Szenen zu erinnern. Aber ein Buch noch einmal komplett lesen – das kam mir bisher dann doch ein wenig viel vor.

In der Regel erinnere ich mich gut an all die Bücher, die ich gelesen habe und kann den grundlegenden Handlungsstrang rekonstruieren. Und wenn mir doch mal etwas fehlt, hilft es mir einmal kurz in das Buch hereinzublättern. Warum sollte ich also ein Buch noch einmal lesen, wenn ich doch schon weiß was passiert? Das war mir bisher nie so wirklich klar. Außerdem gruselte es mir vor der Vorstellung, dass ich eins meiner absoluten Lieblingsbücher erneut lese und es plötzlich grausig finde, weil einfach nicht mehr der richtige Zeitpunkt für diese Geschichte gegeben ist. Warum sollte ich also ein Buch noch einmal lesen, wenn ich damit das gute Gefühl zerstören könnte?

Seltsamerweise geht mir das mit Filmen und Serien überhaupt nicht so. Die kann ich einfach immer und immer wieder sehen. Zum Beispiel habe ich die Neuverfilmung von Footloose sieben bis acht Mal gesehen und während ich das hier schreibe, könnte ich den Film direkt wieder einschalten und mich in der Filmwelt verlieren. Und auch Lieblingslieder kann ich so oft in Dauerschleife hören, dass mein Mann schon total verzweifelt, aber ich mit den ersten Tönen immer noch ein Lächeln im Gesicht bekomme. Was macht Bücher nur so anders?

Vielleicht liegt es daran, dass die Anzahl meiner Lieblingsfilme und -lieder eher überschaubar ist, während ich mehrere Bücherregale voll mit Lieblingsbüchern habe. Außerdem steigt die Anzahl meiner Lieblingsbücher eher exponentiell und es gibt noch so viele Bücher, die auch Lieblingsbuchpotential haben. Da fällt es mir natürlich schwer, den Schritt eines Re-Readings zu wagen.

Vor ein paar Wochen bin ich diesen Schritt aber tatsächlich gegangen. Ich hab einer meiner besten Freundinnen ein Buch empfohlen, dass in meiner Erinnerung zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört und das ich wirklich oft empfehle: „Real“ von Katy Evans. Während des Lesens hat sie mir immer wieder Leseupdates geschickt, so dass ich schnell auch die vielen tollen Stellen lesen wollte und eines abends das Buch einfach zur Hand genommen habe. Schnell war ich wieder von der Geschichte begeistert und auf einmal hatte ich schon das halbe Buch durch. Und es hat mir noch immer gefallen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Buch wirklich komplett zu Ende lese, aber vielleicht bin ich jetzt doch für das ein oder andere Re-Read zu haben. Immerhin habe ich mir schon mal vorgenommen über Weihnachten alle Harry Potter Bücher noch einmal zu lesen.

Lest ihr Bücher mehrmals?

Tati, 27, süchtig nach Büchern, Nagellack und Toffifee, Informatikerin, Backfee, angehende Autorin, Webentwicklerin, verheiratet, viel zu neugierig, perfektionistisch und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Noch mehr erfährst du mit einem Klick.

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